Reise in die Champagne
Reims, Épernay, Sédan
04.- 07.06.2026
En Champagne – unsere Reise in die Champagne
„Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei“, so die Rückmeldung einer Reiseteilnehmerin auf der Rückfahrt. „Alles stimmte, perfekte Organisation, stadtnahe Unterkunft, leckeres Essen, viele Informationen, Abwechslung, beste Stimmung…“, lobt ein anderer Reisegast. Birgit Kelliger und Stefan Balthasar aus dem Vorstand der DFG können also rundum zufrieden sein.
Am Donnerstag, den 4. Juni, geht es los. Mit 32 Reisegästen startet der Bus von ‚Hänschen’s Reisen‘ in Paderborn. Bereits unterwegs gibt es eine kurze Champagner-Pause zur Einstimmung am größten Wildschwein der Welt, Woinic, eine Hommage an die Eisen- und Stahlindustrie der Ardennen, erbaut von dem Künstler Èric Sleziak. Der Name rührt von dem Spitznamen seines Vaters, Woidouche, und dem Vornamen seiner Mutter, Nicolle.
Der Freitag beginnt mit einem Besuch in der Biscuiterie „Fossier“. Die berühmten rosafarbenen Löffelbiskuits, die „Biscuits roses“, aus Reims wurden in den 1690er Jahren aus der Motivation heraus geboren, die Resthitze der Öfen nach dem Brotbacken zum Fertigtrocknen zu nutzen. So entstanden die „bis-cuit“, was „zweifach gebacken“ bedeutet. Um die feinen schwarzen Partikel aus der Vanilleschote zu verdecken, fügten die Konditoren den natürlichen roten Farbstoff Karmin hinzu, der aus weiblichen Cochenilleschildläusen gewonnen wird.
Die Herstellung erfordert Fingerspitzengefühlt und Know-how; die Biscuits werden von Hand verpackt. Betont werden auch immer wieder die guten Arbeitsbedingungen, die dazu führen, dass viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oft jahrzehntelang dem Unternehmen treu bleiben.
Traditionell werden die Biscuits roses mit Champagner getrunken, dem berühmten Getränk der Region. Natürlich darf im Anschluss an die Führung gekostet, probiert und eingekauft werden.
Das nächste Highlight wartet am Nachmittag auf die Gäste: Reims mit seiner überwältigenden, gotischen Kathedrale, die seit 1991 zum UNESCO-Welterbe gehört. Sie zählt wegen ihrer ausgewogenen Architektur und der üppigen baulichen Ausstattung zu den bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kathedrale zu einem Symbolort für die deutsch-französische Freundschaft. Am 8. Juli 1962 nahmen der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer an einer Messe in der Kathedrale teil. Zwei Inschriften erinnern an diesen denkwürdigen Akt der deutsch-französischen Versöhnung.
Bemerkenswert auch die Mulimedia-Show am Abend, eine 15minütige Videoprojektion mit monumentaler Musik an der Fassade der Kathedrale, die die Krönungen der Könige, die in der Kathedrale stattgefunden haben, darstellt.
Am Samstagvormittag kann die Basilika Saint-Remi besucht werden. Die aus dem 7. Jahrhundert stammende teils romanische, teils frühgotische Abteikirche ist älter als die Kathedrale und zeigt erstaunliche Ausmaße. Hier wurde jahrhundertelang das Öl zur Salbung der französischen Könige aufbewahrt. Auch der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen Remi ist hier zu bewundern.
Am Nachmittag endlich – der Champagner! Die Fahrt geht durch wunderbare Weinberge zum Weinbauzentrum „Champagne Nicolas Feuillatte“, eine Kooperative von 83 Winzergenossenschaften mit mehr als 5000 Winzern. Das Zentrum liegt in Chouilly, einem kleinen Ort oberhalb von Épernay. Bei einer Führung – hervorragend übersetzt von Birgit Kelliger – erfahren die Besucher alles über den aufwändigen Prozess der Champagnerherstellung, die Gärung in der Flasche, das heute maschinelle vorsichtige Wenden der Flaschen, das Entfernen des Hefepfropfens durch schnelles Gefrieren und die Lagerung der über 1 Millionen Flaschen. Nicolas Feuillate zählt zur drittgrößten Marke der Champagne und kann sich über viele Auszeichnungen freuen.
Natürlich darf die „dégustation“, das Probieren des Champagners im Anschluss nicht fehlen.
Anschließend geht ein Abstecher in das kleine Champagnerdorf Hautvillers. Hier lebte im 17./18. Jahrhundert der Benediktinermönch Dom Pérignon, der maßgeblich die „Méthode champenoise“ entwickelte.
Bei bester Stimmung und wunderschönen Ausblicken geht es zurück nach Reims, wo das letzte leckere Abendessen wartet.
Am Sonntagmorgen geht es zurück Richtung Paderborn. Auf dem Weg liegt Sedan, bekannt durch die Schlacht im deutsch-französischen Krieg, bei der am 2. September 1870 der französische Kaiser Napoléon III mit seinen Soldaten gefangen genommen wurde, und die „Schlacht bei Sedan“ 1940, als im Zweiten Weltkrieg die deutsche Armee die französische Armee besiegte.
Jetzt wird die monumentale Burg von Sedan besichtigt, die von Evrard de La Marck im 14. Jahrhundert gegründet wurde und später immer wieder erweitert wurde. Spektakuläre Videoprojektionen, mittelalterliche Geräuschkulisse und sprechende Ahnenportraits lassen den Rundgang zu einem anschaulichen Erlebnis werden.
Unser Busfahrer fährt die Reisegesellschaft souverän und ohne Staus nach Paderborn. Eine informative, abwechslungsreiche, spannende Reise in eine besondere Region Frankreichs. „Rundum gelungen“, so der Kommentar einer Teilnehmerin.



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